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Autovermietung in der Schweiz: Voraussetzungen, Kosten und Tipps für eine reibungslose Anmietung

Voraussetzungen und benötigte Dokumente

Um ein Auto in der Schweiz oder im Ausland zu mieten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Anbieter verlangen in der Regel einen gültigen Führerschein für die entsprechende Fahrzeugklasse sowie einen amtlichen Ausweis oder Reisepass. Falls der Führerschein nicht auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch ausgestellt ist, kann eine amtliche Übersetzung oder ein internationaler Führerschein erforderlich sein. Bei im Vereinigten Königreich ausgestellten Führerscheinen müssen beide Teile vorgelegt werden.

Autovermietung in der Schweiz: Voraussetzungen, Kosten und Tipps für eine reibungslose Anmietung
© Harrison Keely (CC BY 4.0)

Mindestalter und Fahrererfahrung

Das Mindestalter für Mieter liegt je nach Anbieter zwischen 19 und 25 Jahren. Fahrer unter 25 Jahren müssen häufig mit einer zusätzlichen Gebühr rechnen. Einige Vermieter achten zudem auf die Dauer des Führerscheinbesitzes und verlangen, dass dieser mindestens seit einem Jahr vorliegt. Erfahrungsgemäss lohnt sich ein Vergleich der Mietbedingungen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Zahlungsmittel und Kaution

Für die Anmietung wird üblicherweise eine Kreditkarte benötigt, die auf den Namen des Hauptfahrers ausgestellt ist. In der Schweiz liegt die Kaution für Mietwagen meist zwischen 500 und 3000 Franken, abhängig vom Fahrzeug und Anbieter. Diese Summe wird auf der Kreditkarte blockiert und sollte nach der Rückgabe des Fahrzeugs innerhalb von ein bis zwei Wochen zurückerstattet werden. Einige Anbieter akzeptieren unter bestimmten Bedingungen auch Debitkarten oder bieten Sonderkonditionen ohne Kaution.

Buchung und Kostenfaktoren

Die Entscheidung zwischen einer Online-Buchung und einer Reservierung vor Ort hat unterschiedliche Vor- und Nachteile. Online lassen sich Preise, Leistungen und Konditionen besser vergleichen, und die Buchung spart Zeit bei der Abholung. Vor Ort profitieren Sie von mehr Flexibilität und können das Fahrzeug direkt inspizieren, zahlen jedoch oft höhere Preise.

Preisschwankungen und Spartipps

Die Kosten für einen Mietwagen variieren stark je nach Fahrzeugklasse, Mietdauer, Abholort und Saison. Laut Vergleichsportalen kosten Kleinwagen in Zürich ab etwa 52 Franken pro Tag, in Basel ab 58 Franken. Der günstigste Monat für Mietwagen in der Schweiz ist der März, während der Februar die höchsten Preise aufweist. Wer etwa zwei Wochen im Voraus bucht, erhält in der Regel die besten Angebote. Zusatzkosten können für Kindersitze, Navigationssysteme, Einwegmieten oder zusätzliche Fahrer anfallen.

Versicherungsschutz und Haftung

Bei der Autovermietung ist der Versicherungsschutz ein zentraler Punkt. In der Regel ist eine Haftpflichtversicherung im Mietpreis enthalten, die Schäden an Dritten abdeckt. Für die Schweiz wird eine Deckungssumme von mindestens einer Million Franken empfohlen. Die Vollkaskoversicherung deckt Schäden am Mietwagen selbst ab und ist meist optional, wird aber ausdrücklich empfohlen.

Selbstbehalt und Zusatzdeckungen

Bei der Vollkaskoversicherung fällt häufig ein Selbstbehalt an, der im Schadensfall vom Mieter zu tragen ist. Dieser lässt sich durch eine Zusatzversicherung auf Null reduzieren. Spezialisierte Anbieter bieten Rundum-Sorglos-Pakete an, die neben der Erstattung der Selbstbeteiligung auch kostenfreie Stornierung bis kurz vor Mietbeginn und unbegrenzte Kilometerleistung umfassen. Achten Sie beim Vertragsabschluss darauf, ob Schäden an Unterboden, Reifen, Glas oder Dach ausgeschlossen sind.

Fahrzeugübernahme und Rückgabe

Die Übergabe des Fahrzeugs erfordert Sorgfalt, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden. Überprüfen Sie vor der Abfahrt, ob das Fahrzeugmodell und die gebuchte Ausstattung stimmen, der Tank gefüllt ist und das Fahrzeug verkehrssicher ist. Kontrollieren Sie Beleuchtung, Klimaanlage und Scheibenwischer sowie die Bereifung.

Checkliste bei der Abholung

Dokumentieren Sie alle bestehenden Schäden wie Kratzer oder Dellen umgehend im Übergabeprotokoll und fordern Sie eine Kopie an. Fotografieren oder filmen Sie das Fahrzeug und eventuelle Mängel zusätzlich mit Zeitstempel. Prüfen Sie, ob Reserverad, Verbandkasten, Pannendreieck und Warnweste vorhanden sind.

Tankregelung und Rückgabe

Klären Sie die Tankregelung vorab. Die Regelung „voll/voll“, bei der Sie das Fahrzeug mit vollem Tank übernehmen und zurückgeben, ist meist die günstigste Option. Bewahren Sie die Tankquittung als Nachweis auf. Geben Sie das Fahrzeug möglichst während der Öffnungszeiten zurück und lassen Sie den Zustand von einem Mitarbeiter prüfen. Bestehen Sie auf ein schriftliches Rückgabeprotokoll, das von beiden Parteien unterschrieben wird.

Alternativen zur klassischen Autovermietung

Neben traditionellen Anbietern existieren verschiedene Mobilitätskonzepte, die je nach Bedarf günstiger oder flexibler sein können.

Carsharing und private Vermietung

Plattformen für privates Carsharing ermöglichen es, Fahrzeuge von Privatpersonen zu mieten, wenn diese nicht genutzt werden. Diese Angebote umfassen oft verschiedene Fahrzeugtypen von Elektroautos über Transporter bis zu Lieferwagen. Keyless-Systeme erlauben dabei das Öffnen und Nutzen des Fahrzeugs über eine Smartphone-App. Alle Mieten sind dabei versichert und eine rund um die Uhr verfügbare Pannenhilfe ist inklusive.

Auto-Abo und Langzeitmiete

Für Nutzungszeiträume von mehreren Monaten bietet sich eine Langzeitmiete oder ein Auto-Abo an. Während klassische Langzeitmieten für kurze Zeiträume von wenigen Wochen geeignet sind und meist ältere Fahrzeuge umfassen, beinhalten Auto-Abos neue oder neuwertige Fahrzeuge mit einer All-in-One-Pauschale. Diese umfasst neben der Miete Versicherung, Steuern, Service und den Reifenwechsel. Das Fahrzeug wird auf den Wohnkanton eingelöst, was Vorteile bei der Parkplatzsuche oder bei Grenzübertritten bringt. Laufzeiten variieren zwischen drei und 48 Monaten.